Seit 2011 führt Gabriele Freitag für das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH (BNW) im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit an der Oberschule Hermannsburg das Projekt Berufseinstiegsbegleitung durch. Ziel dieses Projektes ist es, Unterstützung zu leisten

  • bei der Erreichung des Abschlusses der allgemein bildenden Schule,
  • bei der Berufsorientierung und Berufswahl,
  • bei der Ausbildungsplatzsuche,
  • bei der Stabilisierung des begonnenen Ausbildungsverhältnisses.

Schulleiterin Evelyn Haller unterstreicht: „Zurzeit profitieren 20 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen von dieser für sie kostenlosen Maßnahme!“

Jetzt stellten sich zum 1. Mal Siebtklässler der 3-tägigen Potenzialanalyse, mit dem Ziel, ihre individuellen Stärken (Potenziale) herauszufinden, ihre Interessen und Talente zu erkennen, mögliche Berufsperspektiven zu entwickeln und auf dieser Grundlage ihre Berufsfindung zu erleichtern. Die Potenzialanalyse umfasste verschiedene praktisch-handwerkliche und soziale Übungen, Fragebögen und Schülerpräsentationen zu vorgegebenen Themen und wurde in den Räumlichkeiten des Albert-Schweitzer-Familienwerkes durchgeführt. Gleich 6 Mitarbeiter vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) aus Hannover begleiteten die Arbeitsaufträge und Präsentationsübungen. So sollten die Siebtklässler ihren Traumberuf in Plakatform skizzieren und per Fünfminutenvortrag ihren Mitschülern vorstellen.

 

Lea-Jasmin Pralle hatte über die Auswertung der Fragebögen und den praktischen Übungen an der Nähmaschine, dem Umgang mit Holz und Nägeln sowie dem Einsatz von Farbe auf Papier herausgearbeitet, was sie schon als Neigung und Stärke erahnte: Sie verfügt über handwerkliches Geschick, interessiert sich außerdem für Flugzeuge und leistet bereits zuhause anfallende Reparaturarbeiten. „Damit kam für mich heraus, dass ich mich mit dem Beruf der Fluggerätemechanikern auseinandersetzen werde“, so Lea-Jasmin, die auch erzählte, dass bereits ihre Großmutter diesen Beruf ergriffen, diese die Enkeltochter bereits mehrfach auf den Fliegerhorst mitgenommen und für Flugzeuge interessiert hat.

 

Ihre Mitschülerin Marie Bollersmann entdeckte für sich den Beruf der Fotografin. Zwar hat sie bislang keinen eigenen Fotoapperat, macht aber gerne Aufnahmen mit ihrem Handy. Tobias Witt fand für sich heraus, dass er, um Programmierer zu werden, erst mit dem entsprechenden Schulabschluss Informatik studieren muss.

 

Daniel Schade-Dios schwirrte der Kopf vom Ausfüllen des „Arbeitsblatt-Marathons auf Zeit“. In nur 5 Minuten waren 60 Fragen zu beantworten. „Mir war klar, dass herausgefunden werden sollte, wie wir unter Zeitdruck funktionieren“, so die Einsicht Daniels. Dennoch empfanden er und seine Mitschüler den Druck als groß. Daniel erkannte für sich, dass er anstelle seines ursprünglichen Berufswunsches Bahnmitarbeiter zu werden, nunmehr den Beruf des Bundespolizisten in Erwägung zieht. Dafür möchte er sich künftig schulisch mehr anstrengen, um dafür den benötigten Realschulabschluss zu erreichen.

 

Ganz wichtig für die Teilnehmer an der Potentialanalyse waren die unmittelbare Auswertung und die Übermittlung der Ergebnisse. So wurden bei der Plakatpräsentation die freie Rede, Köperhaltung, Sprachkompetenz, Augenkontakt zum Publikum, Struktur und Eindruck des skizzierten Plakates von den Mitschülern und BNW-Mitarbeitern zeitnah reflektiert. Es gab wertvolle Tipps, dass beispielsweise nervöse Hände lediglich einen Bleistift halten können, was professionell aber eben nicht unruhig wirkt.

 

Am letzten Tag der Potenzialanalyse fand mit jedem Teilnehmer ein Auswertungsgespräch statt, zu dem auch interessierte Eltern eingeladen waren.