Oberschule Hermannsburg

Zukunft gemeinsam gestalten

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„Ich würde meinen Stein am liebsten essen!“ Mit diesem Satz lenkte Hannelore prompt die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler auf sich. „Mit so einem Satz springst Du sofort in die Handlung einer Geschichte“, lobte Harald Tondern, Autor und Schreibcoach, die Sechstklässlerin. Die Klasse gewann durch ihre Teilnahme an den Leseexperten 2012, regelmäßig veranstaltet durch die Bibliotheksgesellschaft Celle, eine eintägige Schreibwerkstatt mit einem namhaften Schriftsteller.

 

Harald Tondern, selbst mit bereits 13 Jahren heimlicher Reporter für Lokalzeitungen, brachte nicht nur Tipps für das kreative Schreiben mit, sondern auch einen Beutel voller Steine vom Ostseestrand. Ehe die Schüler sich ein Exemplar mit geschlossenen Augen heraus greifen durften, machte er ihnen klar: „Euer Stein wird Euch finden!“

Gruppenarbeit

Jahrelange Erfahrungen führten den Verfasser verschiedenster Jugendwerke zu dem schrittweisen Heranführen Schreibunlustiger an die kreative Feder. „Es muss eine Textnot entstehen, damit die Kinder ihre Schreibbarriere überwinden“, führte Tondern aus. Die sogenannten „Schreibsteine“ gelten als „Türöffner".

 

Die Klasse 6 b der Oberschule Hermannsburg widerlegten jedoch die bisherige Annahme. Begeistert folgten die Jungen und Mädchen Tonderns Aufforderung, fünf Sätze über ihren Stein aufzuschreiben. Während Tills Stein „wie Hundefutter roch und von einem anderen Planeten zu stammen schien“, beschrieb Leon-Lukas die Geschichte des Außenseiters Tom, dessen Stein zum Glücksstein avancierte und er mit Mamas Cup-Cakes an der neuen Schule die Mitschüler erfreute. Für Lara war klar, das ihr Exemplar ein Garant für Weisheit, Liebe und Glück bedeutet. Deutschlehrerin Claudia Neumann hatte mal jemand erzählt, dass Steine reden können. Leon sah in seinem Stein eine kleine flache Pyramide, die sich mit einem kleinen Schubs versehen lustig im Kreis zu drehen vermag. Ihm war klar: Sie ist der Schlüssel zu einem großen Schatz, nichts Geringerem, als dem Schwert Excalibur! Alle Geschichten fanden großen Beifall. Dazu gab es weitere Tipps vom Schreibcoach: „Bleibt streng am Thema. Der erste Satz ist der Wichtigste!“


In einem weiteren Arbeitsschritt wechselte Harald Tondern von der Geschichte über den „Schreib-Stein“ zum Thema „Liebe“. Die Schülerinnen und Schüler erhielten den Auftrag, in kleinen Arbeitsgruppen ein Liebesgedicht zu schreiben. Anschließend stellten sich die Jungautoren der Herausforderung, ihr Gedicht in Form eines Bühnenstückes aufzuführen. Dabei stellte sich heraus, wie sehr sich die Darstellung der „Liebe“ von weiblichen zu männlichen Akteuren unterscheidet.

 

Am Ende der Schreibwerkstatt waren sich alle einig, einen ganz besonderen Tag erlebt zu haben.